Neues DiEM25 Manifesto - Abstimmungsergebnis der DiEM25 Mitglieder

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Neues DiEM25 Manifesto

Ja

96.38%

Nein

3.62%

Nach Monaten der Debatte und Crowdediting stimmen wir jetzt über das neue DiEM25 Manifesto ab. Befürwortest du es?

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Europa wird demokratisiert, wenn die Oligarchie gestürzt ist!


EIN MANIFESTO ZUR DEMOKRATISIERUNG EUROPAS

Bei all ihren Sorgen um Inflation, Migration, Populismus, Klimawandel, Pandemien, Sicherheit und Terrorismus gibt es nur eine Sache, die den europäischen Mächten wirklich Angst macht: Demokratie! Sie sprechen im Namen der Demokratie, aber nur, um sie in der Praxis zu verhindern, auszutreiben und zu unterdrücken. Sie versuchen, die Demokratie zu vereinnahmen, zu umgehen, zu korrumpieren, zu mystifizieren, zu manipulieren und sich anzueignen, um ihre Energie zu brechen und ihre Möglichkeiten zu fesseln.

Denn die Herrschaft der Menschen Europas, die Regierung durch den Demos, ist der gemeinsame Albtraum von:

  • Big Tech, Big Pharma, ständig zu rettenden Banker:innen, Fondsmanager:innen, Versichererungen, dem Sicherheits-Militärisch-Industriellen Komplex - kurz gesagt, dem wiederauflebenden Geflecht von Kartellen, die die Vielen und ihre Organisationen verachten

  • Ihrer Armee von nicht gewählten Bürokrat:innen, "Technokrat:innen" und Lobbyist:innen, welche die Fäden der Regierungen im Allgemeinen und der EU-Institutionen im Besonderen ziehen

  • Politische Parteien, die sich auf Liberalismus, Demokratie, Freiheit, Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit usw. berufen, um ihre Grundprinzipien zu verraten, wenn sie an die Macht gelangen

  • Regierungen, deren Politik des Sozialismus für die Banker und der harten Sparmaßnahmen für alle anderen den Populismus anheizt, den dieselben Regierungen vorgeben zu bekämpfen

  • Unternehmen, die Begriffe wie "Nachhaltigkeit" und "Netto-Null" verwenden, um ihr Geschäft wie gewohnt fortzusetzen und ihren planetumspannenden Vandalismus zu verschleiern

  • Medienmogule, die Desinformation normalisiert und Angstmacherei zur Waffe gemacht haben

Im Herzen des wiederauflebenden Autoritarismus, sowohl des "liberalen" als auch des "populistischen", liegt eine Täuschung: Ein hochpolitischer, von oben nach unten verlaufender, undurchsichtiger Entscheidungsprozess wird als "unpolitisch", "technisch", "verfahrensmäßig", "neutral" und, ja, "demokratisch" dargestellt. Sein eigentlicher Zweck ist es, die Bewohner:innen Europas daran zu hindern, demokratische Kontrolle über ihre Gemeinden, ihre Arbeitsplätze, ihre Umwelt, ihr Geld, ihre Technologien und ihren Einfluss auf den Rest der Welt auszuüben. Rohe Ausbeutung von Menschen, Tieren und unserem Planeten wird zum verborgenen Zweck, zum einzigen Motiv, zum letzten Kompass.

Der Preis für diesen Betrug ist nicht nur das Ende der Demokratie, sondern auch der permanente wirtschaftliche Niedergang, die gesellschaftliche Stagnation, ein technologischer Rückstand, Fremdenhass und Klimazerstörung - eine schreckliche, umfassende Niederlage der europäischen Zivilisation. 

Es muss einen anderen Kurs geben. Und es gibt ihn! Es ist jener, gegen den sich das "offizielle Europa" mit allen Kräften seines autoritären “Mindsets” wehrt: Eine demokratische Revolution!

Unsere Bewegung, DiEM25, wurde am 9. Februar 2016 in Berlin gegründet, um genau eine solche Revolution auszurufen. Wir kamen aus allen Teilen Europas und der restlichen Welt. Uns verbinden unterschiedliche Kulturen, Sprachen, Akzente, Parteizugehörigkeiten, Ideologien, Hautfarben, Geschlechteridentitäten, Glaubensrichtungen, Fähigkeiten und Vorstellungen von der guten Gesellschaft. Die eine simple radikale Idee, die uns zusammengebrachte, wurde zur Grundlage von DiEM25: Europa wird entweder demokratisiert oder es wird zerfallen!

Seitdem hat der Erfolg unserer herrschenden Klassen dabei, die Demokratisierung Europas zu verhindern, unsere Vorhersage bestätigt: Der Brexit, die neue Ost-West-Spaltung, die entstanden ist, während sich die Kluft zwischen Nord und Süd vertieft hat, die unmenschliche Behandlung von Geflüchteten, die Vernachlässigung von Jung und Alt, die Unterdrückung der Rechte von Frauen und LGBTQIA+ auf Selbstbestimmung und Freiheit durch das Patriarchat, das Greenwashing der Praktiken der fossilen Brennstoffindustrie - dies ist das Vermächtnis der europaweiten Niederlage der Demokratie.

Demokratie bedeutet "Herrschaft der Vielen", die per Definition die Ärmeren sind. Ihr Gegenteil ist die Oligarchie, die die "Herrschaft der Wenigen" bedeutet, welche per Definition die Reicheren sind. Europäer:innen wird gesagt, dass wir in Demokratien leben, im Gegensatz zu den Menschen in unserem Osten, die unter der Knute slawischer Oligarch:innen stehen. Das ist eine Lüge. Die Rechtsstaatlichkeit ist in Europa glücklicherweise besser etabliert, aber de facto leben Europäer:innen in Oligarchien mit gelegentlichen Wahlen, deren Ergebnisse ignoriert werden, wenn sie den Interessen der europäischen Oligarch:innen zuwiderlaufen.

Im Schatten dieses traurigen Erbes aktualisiert DiEM25 nun unsere einfache radikale Idee: Um Europa zu demokratisieren, müssen die Menschen seine vereinigte Oligarchie stürzen!



Wie Europa zu einer demokratiefreien Zone wurde

Unter der Führung der US-Hegemonie und mit Unterstützung der einheimischen Oligarchien hat sich Westeuropa nach dem Krieg einem Kartell aus Finanzinstituten und der Schwerindustrie (die später auch die Landwirtschaft mit einbezog) unterworfen, dessen ursprünglicher Zweck es war, Preise festzulegen und die Oligopolgewinne durch eine in Brüssel ansässige Bürokratie umzuverteilen. Das entstehende Kartell und seine EU-Verwalter:innen fürchteten den Demos und verachteten die Idee einer Regierung durch die Menschen.

Geduldig und methodisch wurde ein Prozess der Entpolitisierung der Entscheidungsfindung in Gang gesetzt. Das Ergebnis? Wichtige Entscheidungen wurden von unseren Parlamenten in eine demokratiefreie Zone der EU verlagert, in der die Entscheidungen in einen allgegenwärtigen pseudotechnokratischen Fatalismus gehüllt sind. Die nationalen Politiker:innen wurden für ihre Duldsamkeit reichlich belohnt. Jeder, der sich diesem Entpolitisierungsprozess widersetzt, wird als "uneuropäisch" abgestempelt und als Bedrohung der europäischen Einheit behandelt!

Die Schaffung des Euro war ein historischer Moment: Niemals zuvor, seit sich der Kapitalismus durchgesetzt hat, war es einer Oligarchie gelungen, Regierungen in so entscheidender Weise die Instrumente zu entziehen, mit denen sie Einkommen und Vermögen in größerem Umfang umverteilen können. Eine Währungsunion von den Oligarch:innen für die Oligarch:innen, in der kein Staat ihren angehäuften Reichtum antasten kann, ist ein wahr gewordener Traum der Oligarchie. Margaret Thatchers Befürchtung, der Euro sei eine "Föderation durch die Hintertür", war völlig unangebracht. Warum sollten sie ihre Immunität gegenüber der Demokratie gefährden, indem sie eine demokratisch gewählte föderale Regierung zulassen?

Der Crash von 2008 löste einen freien Fall der Banken aus, für den der oligarchische Euro nicht konzipiert war. Als sich die Banker:innen aller Länder zusammenschlossen, um die Regierungen zu zwingen, sie rauszukaufen, wurden die europäischen Regierungen angewiesen, die Verluste der Banker:innen auf die Schultern der schwächsten Europäer:innen zu übertragen: Sozialismus für die Banker:innen, grausame Sparmaßnahmen für die Massen. Das Ergebnis? Ein massives Aufflackern bereits bestehender Risse zwischen Nord- und Südeuropa, zwischen Europas Osten und Westen, zwischen Brüssel und London - und natürlich zwischen den Besitzenden und den Habenichtsen in jedem Land.

Sobald die Krise in Europa ausbrach, schickten das Brüsseler Kartell, die EZB, alle europäischen Mächte und die IWF Heerscharen von Bürokrat:innen aus, um das Eigentum, die Renten und alle verbliebenen Besitztümer der Schwächeren zu beschlagnahmen. Sie tarnten die massiven Bankenrettungen als Solidarität mit den Griech:innen, den Ir:innen, den Portugies:innen usw., während es in Wirklichkeit Solidarität mit den Bankster:innen war - den bankrottesten und korruptesten des Bankensektors.

Als die Griech:innen ihren griechischen Frühling inszenierten und für ein "Nein" zur transnationalen Oligarchie stimmten, wurde ihre Demokratie ausgelöscht. Seit diesem Moment im Jahr 2015 prangen die Zeichen an der Wand: Die Demokratie darf nichts ändern, was die Oligarchie erhalten will!

Zu diesem Zweck haben unsere Oligarchien-ohne-Grenzen harmonisch zusammengearbeitet, um stolze, friedliche Menschen gegeneinander aufzubringen: Nordeuropäer:innen gegen Südeuropäer:innen, Osteuropäer:innen gegen Westeuropäer:innen, alle gegen die fremden "Anderen". Selbst innerhalb der Linken entstand eine grobe Spaltung zwischen denjenigen, die den Euro oder die EU auflösen wollten, und denjenigen, die das nicht wollten. Die bekannte Strategie des Teilens und Herrschens hat der Euro-Oligarchie, welche die Krise verursacht hat, die Möglichkeit gegeben, sich als ihr einziger Retter und Heilmittel zu präsentieren.

Oligarchische Macht wird durch den Einsatz von Cloud-basierten Technologien, Künstlicher Intelligenz und Technologien zur Privatisierung des Gesundheitswesens, des Bildungswesens und aller übrigen Gemeingüter weiter ausgebaut, anstatt Technologie in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Unsere Euro-Oligarchie, die keine Gelegenheit ungenutzt lässt, eine Krise auszunutzen (z.B. eine Pandemie, einen Krieg in der europäischen Peripherie), findet Wege, die Ausgaben für ihre menschenfeindlichen Lieblingstechnologien (von der Überwachung bis zur Rüstung) massiv zu erhöhen, während sie gleichzeitig der Mehrheit der Europäer:innen und unserer Umwelt harte Sparmaßnahmen auferlegt.

Jahr ein, Jahr aus beweist die triumphierende Oligarchie, dass sie bereit ist, alles zu ändern, wenn dies nötig ist, um sicherzustellen, dass alles... gleich bleibt!



Warum DiEM25?

DiEM25 wurde ins Leben gerufen, als die Krise und der Niedergang Europas unübersehbar wurden: Die Banker:innen schlossen sich über Grenzen hinweg zusammen, um weitere Rettungspakete zu ergattern. Europas politische Machthaber verschworen sich, um für diese Rettungsaktionen zu zahlen, indem sie europaweit Sparmaßnahmen durchsetzten. Rassist:innen, ja sogar ausgesprochene Faschist:innen, reckten ihre hässlichen Köpfe. Um sie zu stoppen und um zu verhindern, dass die europäischen Mächte die Menschen Europas unwiderruflich spalten und beherrschen, gründeten wir am 9. Februar 2016 DiEM25 - die erste transnationale Bewegung in der Geschichte Europas. Unsere Idee lag auf der Hand: Finanziers, Bürokrat:innen und Fanatiker:innen schlossen sich über Grenzen hinweg zusammen. Es war an der Zeit, dass Progressive es ihnen gleichtun.

Unser Manifesto von 2016 bedeutete eine radikale Abkehr von der faulen und zutiefst beleidigenden Darstellung eines Kampfes zwischen den Deutschlands und den Griechenlands in Europa, zwischen den "Ameisen" des Nordens und den "Heuschrecken" des Südens. Es erklärte stattdessen, dass Europa zerfällt (eine Vorhersage, die sich Monate später durch den Brexit bestätigte), weil eine allmächtige Allianz der oligarchischen Heuschrecken (des Nordens und des Südens) ihre Spielverluste auf den geschwächten Schultern der hart arbeitenden Ameisen (des Nordens und des Südens) ablädt.

Unser Manifesto von 2016 stellte klar, dass Fremdenhass das Spiegelbild des Klassenkampfes ist, den die transnationale Oligarchie Europas gegen die unterprivilegierten Bewohner:innen aller europäischen Länder entfesselt. Sie beschrieb, wie die Ultrarechten und die Handlanger der Oligarchie die entgegengesetzten Seiten ein und derselben Medaille darstellen. Die Handlanger der Oligarch:innen setzten die Sparmaßnahmen durch, die zu der Unzufriedenheit führten, aus der sich die Ultrarechten speisten, während die Aussicht auf einen Wahlsieg der Ultrarechten die Wähler:innen dazu brachte, weiterhin für die Handlanger der Oligarchien zu stimmen.

Unser Manifesto von 2016 bildete die Grundlage für mehrere wichtige Innovationen, die DiEM25 zu einer neuartigen Bewegung machten:

Transnationalismus in Aktion - Jedes Programm, auch wenn es spezifisch für eine Region oder ein Land ist, wird durch eine europaweite Abstimmung aller Mitglieder entschieden, was DiEM25 zu einer wirklich einheitlichen, transnationalen Bewegung macht

Konstruktiver Ungehorsam - Wir verpflichten uns, jede ethisch oder politisch inakzeptable Richtlinie oder Vorgabe des Status Quo abzulehnen, z.B. Sparmaßnahmen oder die Förderung und Verbrennung fossiler Brennstoffe, aber wir verpflichten uns auch, alternative Programme und Vorschläge einzubringen, die konstruktiv sind (d.h. vernünftig und moderat) und die selbst innerhalb des derzeitigen Rahmens realistisch das Leben vieler Menschen verbessern können. Z.B. DiEM25s umfassender Green New Deal für Europa, der in gemeinsamer Anstrengung unzähliger Europäer:innen aus vielen verschiedenen Ländern entwickelt wurde.

Rationale Wut - Erwarten wir von der Euro-Oligarchie, dass sie unsere konstruktiven Vorschläge unterstützt, z.B. den Green New Deal für Europa? Sicherlich nicht! Warum schlagen wir sie dann vor? Weil es wichtig ist, den Menschen in Europa, vor allem denjenigen, die unter der heutigen Politik leiden, zu zeigen, dass es eine realistische Alternative zu ihrem Leiden gibt - eine Alternative, vor der ihre Herrscher:innen und die per "business as usual" gewählten Anführer:innen die Augen verschließen. Nur wenn sie diese realistische Alternative kennen, werden sich die Herzen und Köpfe der Vielen mit der rationalen Wut füllen, welche die Voraussetzung für die politische Revolution ist, die Europa braucht.

Transformieren, nicht reformieren - Reformismus ist ein anderes Wort für Einverständnis oder kosmetische Veränderungen ohne echten Wandel. Das heutige Europa kann nicht reformiert werden, aber es kann transformiert werden, indem man sich mit seiner Oligarchie anlegt und sie stürzt - bevor man eine echte Demokratie aufbaut.



Die Aufgabe von DiEM25

Viele Europäer:innen lehnen die Idee einer Föderation ab. Sie wehren sich gegen die Bündelung von Souveränität. Sie befürchten, dass es nicht in ihrem Interesse ist, mehr "Integration" zuzulassen. Solange die Macht in den Händen einer winzigen transnationalen Oligarchie bleibt, haben sie Recht. Bis zum heutigen Tag haben diejenigen, die "mehr Europa" fordern, fast immer mehr zentralisierte Macht im Interesse der Euro-Oligarchie gemeint.

Die Aufgabe von DiEM25 ist es, sie davon zu überzeugen, dass die Lösung nicht darin besteht, unsere nationalen Grenzen hermetisch abzuriegeln - denn das wird den Verlust ihrer verbleibenden Macht nicht verhindern.

Die Pflicht von DiEM25 ist es, sie davon zu überzeugen, dass die Lösung darin bestehen muss, die Euro-Oligarchie zu stürzen, die ihre Souveränität, Autonomie und Freiheit bei der Wahl ihrer Projekte und Partner beschneidet.

Die Verantwortung von DiEM25 ist es, eine transnationale Allianz in ganz Europa und darüber hinaus zu schmieden, welche die Oligarchie demokratisch stürzen und die Institutionen einer echten, dezentralisierten, partizipativen Demokratie aufbauen kann.



Die Vision von DiEM25

Traditionelle grüne und linke Parteien beschränken sich darauf, das derzeitige System zu beeinflussen und zu verbessern. Viele ehemals radikale Parteien machen heute aus der Not eine Tugend, indem sie große Visionen vermeiden und sich stattdessen darauf konzentrieren, sich als bessere Verwalter:innen des bestehenden Systems zu erweisen, dessen Eigentümer:innen sie zu beruhigen versuchen. DiEM25 kümmert sich darum nicht.

Um Europa zu demokratisieren, zielt DiEM25 darauf ab, das oligarchische Regime zu transformieren, unter dem die Menschen arbeiten. Um es zu transformieren brauchen wir vier Dinge: Ein Verständnis dafür, wie das gegenwärtige System funktioniert. Eine Vision eines alternativen Wirtschaftssystems, durch das wir es ersetzen wollen. Einen Entwurf für eine demokratische Regierungsführung. Und einen Plan, wie wir einer widerständigen Euro-Oligarchie unseren geplanten Übergang zu einer postkapitalistischen Gesellschaft aufzwingen können.

Unser gegenwärtiges System - Wir leben in einer Zeit des Übergangs vom zinsbasierten Kapitalismus zu etwas noch Schlimmerem, zu einer Form des technologischen Feudalismus: Technofeudalismus.

Unsere wirtschaftliche Vision - Wir stellen uns ein vollständig dezentralisiertes Wirtschaftssystem vor, das auf genossenschaftlich organisierten Unternehmen mit flacher Verwaltung basiert (auf der Grundlage des Prinzips "eine Person - ein Anteil - eine Stimme") und Folgendes fördert: (1) Verringerung des Wachstums in Sektoren, die Menschen, anderen Tieren und der Umwelt schaden (z.B. Begrenzung der Umweltverschmutzung, Massentierhaltung, Werbeindustrie, Zementherstellung, Anzahl der Privatfahrzeuge, Militärisch-Industrieller Komplex). (2) Ausbau der erneuerbaren Energien, des öffentlichen Gesundheitswesens, der mentalen Gesundheit, der Sozialfürsorge, der uneingeschränkten Bildung und Kultur. (3) Ein bedingungsloses Grundeinkommen und eine Arbeitsplatzgarantie, die von demokratisierten Zentralbanken bereitgestellt werden, in einer Welt, in der der internationale Handel und die Geldströme so gesteuert werden, dass Ungleichgewichte (z.B. Handelsdefizite/-überschüsse) ausgeglichen werden und dabei echte grüne und soziale öffentliche Investitionen in den weniger entwickelten Teilen des Planeten finanziert werden.

Unsere politische Vision - Wir erkennen, dass die Europäer:innen ihre Politiker:innen aufgegeben haben - und sie haben Recht! Um die Menschen in Europa zu befähigen, sehen wir neue Ebenen der deliberativen Demokratie (z.B. demokratische Beratungsgremien, die sich aus zufällig ausgewählten Einwohner:innen zusammensetzen) zwischen Wähler:innen und ihren gewählten Vertreter:innen (z.B. Parlament, lokale und nationale Regierungen) vor. Auf gesamteuropäischer Ebene setzt sich DiEM25 für eine Reihe von konstitutionellen Volksversammlungen ein, die nach dem gleichen Prinzip der demokratischen Beratungsgremien eine demokratische Verfassung für eine Europäische Republik ausarbeiten sollen.

Unsere digitale Vision - Wir stellen uns ein digitales Gemeingut vor, in dem die Menschen vollständig Eigentümer ihrer Daten sind, in dem Plattformen, die derzeit wie digitale Lehen funktionieren, vergesellschaftet werden, in dem kommerzielle Dienste für bescheidene Beträge gekauft werden (und in dem die "kostenlosen" Dienste, die uns derzeit zu einer Ware von Big Tech machen, ein Ende haben) und in dem eine Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet wird, die alle autonomen KI-basierten Waffen verbietet und gleichzeitig die Würde und die Rechte jedes Menschen schützt.

Unsere kulturelle Vision - Wir erkennen an, dass Kultur, in all ihren Ausdrucksformen durch Kunst, Musik, Gedanken und Sport, ein mächtiges Instrument des Wandels sein kann. Wir sehen Kultur als ein notwendigerweise partizipatorisches und inklusives Mittel des sozialen Wandels. mέta: Das Zentrum für postkapitalistische Zivilisation ist die internationale Kunst- und Kulturplattform für DiEM25 und koordiniert mit MERA25 und der Progressiven Internationale. Durch Kunst und Forschung, Argumentation und Poesie will mέta der Gesellschaft helfen, mit einer düsteren Gegenwart zu brechen und sich die Welt neu vorzustellen. Mit den Ideen und der Mission von DiEM25 an der Spitze beschäftigt sich mέta mit der Diagnose unserer gegenwärtigen Zeit und formuliert eine Vision für eine postkapitalistische Zukunft durch das Medium der Kunst und indem es zur Plattform für Performances, Kampagnen, Vorträge und Gespräche wird.

Unser Plan für Veränderung - DiEM25 verpflichtet sich, breite Allianzen mit Bewegungen zu schmieden, die unsere Methode des konstruktiven Ungehorsams teilen, um den Demos überall in die Demokratie zu tragen. Wir werden dies in jeder Nachbarschaft, an jedem Arbeitsplatz, in jeder Stadt und Region tun. Aber um Europa zu verändern, müssen wir auch die Regierungen verändern, die den Interessen der Oligarchie dienen. Wo es nötig ist, wird DiEM25 seine eigene politische Partei (MERA25) gründen, um bei wichtigen Wahlen anzutreten. In anderen Ländern werden wir zu Wahlbündnissen beitragen, die mit diesem Manifesto übereinstimmen. Programmatisch wird sich DiEM25 auf unsere mittelfristige politische Agenda (den Green New Deal für Europa) sowie auf unsere längerfristige Vision eines demokratischen, ökologischen, feministischen, friedlichen, nicht-ausbeuterischen Systems stützen, das frei von kapitalistischen Bossen, herrschsüchtigen Staatsbürokrat:innen und jeglicher Tendenz zur Kolonialisierung ist.



Unser Aufruf

Wir rufen die Menschen in Europa und darüber hinaus auf, sich uns anzuschließen, damit wir gemeinsam den Ansturm des Autoritarismus, sowohl seiner "liberalen" als auch seiner populistischen Varianten, aufhalten können.

Wir laden Menschen mit einem Gewissen ein, zu erkennen, dass wir gemeinsam den Papiertiger zu Fall bringen können, der die heutige, scheinbar unbesiegbare Euro-Oligarchie ist.

Wir fordern Menschen, die unsere Vision teilen, auf, unermüdlich zu arbeiten, bis sich eine tiefe Demokratie im Unternehmenssystem, in unserem Geld- und Kreditsystem, in unseren Gemeinderäten, in unseren Parlamenten, in unseren Regierungen und in all unseren Institutionen ausbreitet - und in einer transformierten Europäischen Union gipfelt.

Wir drängen die Öffentlichkeit auf, zu erkennen, dass das, was als bloßer Widerstand gegen den Sozialismus für die Banker:innen und die Sparmaßnahmen für den Rest beginnt, eine Welt hervorbringen wird, in der unsere fortschrittliche Technologie uns dabei hilft, unser Leben zu kontrollieren, unsere Unternehmen auf der Grundlage "ein Mitglied - ein Anteil - eine Stimme" zu führen, Gremien für beratende Demokratie zu gründen, die Gesetzesentwürfe erarbeiten, die unsere Parlamente verabschieden müssen, und sogar die soziale und ökologische Zweckmäßigkeit von Unternehmen und anderen Institutionen zu bewerten.

Unser Aufruf an die entmachteten und ausgebeuteten Massen, die ständig im Hintertreffen sind, lautet wie folgt: Schließt euch zusammen, um zu handeln! Wir haben nichts Wichtiges zu verlieren. Aber wir haben einen Kontinent zu gewinnen!



Unser Versprechen

Wir sind beseelt von der Vision eines ausbeutungsfreien Europas, das Vernunft, Freiheit, Toleranz und Phantasie fördert, ermöglicht durch echte Solidarität, umfassende Transparenz und authentische Demokratie. Wonach wir streben:

  1. Ein demokratisches Europa, in dem alle politische Autorität von den souveränen Menschen Europas ausgeht

  2. Ein postkapitalistisches Europa, das Demokratie am Arbeitsplatz und in allen Lebensbereichen praktiziert, nicht nur an der Wahlurne

  3. Ein soziales Europa, das nicht nur die Abwesenheit von Einmischung schätzt, sondern auch das Grundeinkommen, die Versorgung und die Güter, die frei machen von Not und Ausbeutung 

  4. Ein nachhaltiges Europa, das im Rahmen der Möglichkeiten unseres Planeten lebt und seine Auswirkungen auf die Umwelt minimiert, indem es harmonisch mit allen Lebewesen lebt, die biologische Vielfalt erhält und wiederherstellt, die Umweltverschmutzung beseitigt und alle fossilen Brennstoffe tief in der Erde belässt

  5. Ein ökologisches Europa, das weltweit eine grüne und gerechte Transformation anführt

  6. Ein internationalistisches Europa, das Nicht-Europäer:innen gerecht behandelt und in aktiver Solidarität mit ausgebeuteten Menschen in der ganzen Welt arbeitet

  7. Ein vereintes Europa, dessen Menschen sich zwischen den Nationen ebenso solidarisch zeigen wie innerhalb der Nationen

  8. Ein pluralistisches Europa der Regionen, Ethnien, Nationen, Sprachen, Philosophien und Kulturen, in dem man gleichzeitig Europäer:in und Patriot:in sein kann

  9. Ein vielfältiges Europa, das die Unterschiede feiert und jede Diskriminierung aufgrund von sozialer Klasse, Bildung, Geschlecht, Hautfarbe, Alter, nationaler Herkunft, Weltanschauung, Glauben, Behinderung oder sexueller Orientierung beendet

  10. Ein dezentralisiertes Europa, das die zentrale Macht nutzt, um die Demokratie in den Städten, Regionen und Staaten auszubauen

  11. Ein transnationales Europa, in dem die politische Vertretung über die nationalen Grenzen hinausgeht  

  12. Ein transparentes Europa, in dem alle Entscheidungen unter der Kontrolle der Bürger:innen getroffen werden

  13. Ein souveränes Europa, das seine selbst-entwickelten Technologien in den Dienst der Solidarität stellt

  14. Ein ehrliches Europa, das eine gute Zukunft anstrebt, ohne sich vor seiner imperialistischen Vergangenheit zu verstecken

  15. Ein kultiviertes Europa, das sich das reiche kulturelle Mosaik seiner Bevölkerung zunutze macht und nicht nur sein unschätzbares kulturelles Erbe fördert, sondern auch die Arbeit von Europas regimekritischen Künstler:innen, Musiker:innen, Schriftsteller:innen und Dichter:innen, die zu einer fortschrittlichen Demokratie beitragen

  16. Ein kreatives und technologisch souveränes Europa, das die innovativen Kräfte der Vorstellungskraft seiner Bürger:innen freisetzt und bewahrt

  17. Ein friedliches Europa, das die Spannungen im Osten, im Mittelmeerraum und in der Ägäis abbaut, seine kolonialen Projekte im Nahen Osten, in Afrika und anderswo beendet und als Bollwerk gegen die Sirenen des Militarismus und des Expansionismus auf der ganzen Welt wirkt

  18. Ein offenes Europa, das lebendig und attraktiv für Ideen, Menschen und Inspirationen aus der ganzen Welt ist und Zäune wie Grenzen als Zeichen der Schwäche erkennt, die im Namen der Sicherheit Unsicherheit verbreiten

  19. Ein einladendes Europa, das anerkennt, dass es nach Jahrhunderten, in denen die Europäer:innen die Menschen der übrigen Welt kolonisiert oder dominiert haben, nun notwendig ist, Migrant:innen und Geflüchtete willkommen zu heißen

  20. Ein befreites Europa, in dem Privilegien, Vorurteile, Benachteiligungen und die Bedrohung durch Gewalt verkümmern, so dass die Menschen in Europa und darüber hinaus in weniger stereotype Rollen hineingeboren werden, mehr Chancen zur Entfaltung ihres Potenzials haben und in allen Bereichen des Lebens, der Arbeit und der Gesellschaft ihre Partner:innen frei wählen können

Carpe DiEM25

www.diem25.org 

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